Bei der Regelinsolvenz ist die Insolvenzberatung wichtig

Tipps zum Regelinsolvenzverfahren: Das Insolvenzverfahren einer Regelinsolvenz beinhaltet viele Fallstricke, welche Freiberufler, Gewerbetreibende oder Unternehmer nur dadurch abwenden können, wenn sie sich genau über das Regelinsolvenzverfahren informieren. Daher ist für Selbstständige eine gute Insolvenzberatung schon vor der anstehenden Regelinsolvenz das wichtigste Instrument um schuldenfrei zu werden …

Regelinsolvenz

Regelinsolvenz © Gradt (Fotolia)

Die Regelinsolvenz ist das komplizierteste Insolvenz- verfahren, das die Insolvenzordnung als Bundesgesetz vorsieht. Sie richtet sich an alle Unternehmer oder an juristischen Personen. Aber auch Selbstständige können im Rahmen der Regelinsolvenz ihre Zahlungsunfähigkeit darstellen. Voraussetzung dafür ist, dass es mehr als 19 Gläubiger gibt und dass Forderungen aus Arbeitsver-hältnissen bestehen, etwa gegenüber dem Finanzamt, den ehemaligen Mitarbeitern, den Berufsgenossenschaften und Co. Aufgrund des sehr komplexen Regelinsolvenz Verfahren ist es für die Schuldnerberatung notwendig, sich eine gute Insolvenzberatung zu suchen. Die Insolvenzberatung kann mit ihrem fachlichen Know-how nämlich zahlreiche Vorteile für Schuldner herausholen. Wurden beispielsweise mehrere Unternehmen gegründet, so kann ein Unternehmen, das nicht vom Regelinsolvenzverfahren betroffen ist, auch weiterhin fortgeführt werden. Ebenfalls kann eine gute Insolvenzberatung dafür sorgen, dass die Kosten für die Insolvenz, die sich aus den Kosten für den Insolvenzverwalter und verschiedenen Gerichtskosten zusammensetzen, gestundet werden.

Insolvenzberatung

Insolvenzberatung © Maxfx (Fotolia)

Das heißt, sie müssen nicht sofort und im Voraus, sondern können erst später gezahlt werden. Damit diese Vorteile soweit wie möglich genutzt werden können, ist es wichtig, dass eine gute Insolvenzberatung zur Seite steht. Sie klärt über die Rechte und Pflichten des Schuldners auf und hilft ihm beim Durchlaufen des Verfahrens. Besonders wichtig ist eine gute Insolvenzberatung für juristische Personen. Denn in vielen Fällen können sich die Geschäftsführer einer GmbH sogar strafbar machen, etwa durch eine Insolvenzverschleppung bei einer GmbH Insolvenz. Sie müssen dann für die Schulden der juristischen Person mit dem eigenen Vermögen aufkommen. Eine gute Insolvenzberatung wird dem Geschäftsführer auch hierbei mit Rat und Tat zur Seite stehen und kann eine Haftungsfreistellung erreichen. Im Ablauf der Regelinsolvenz muss der Schuldner, also der Unternehmer, verschiedene Phasen durchlaufen. Der Antrag auf Regelinsolvenz kann, im Gegensatz zum Verbraucherinsolvenzverfahren, allerdings direkt beim zuständigen Insolvenzgericht gestellt werden. Ein außergerichtliches oder gerichtliches Schuldenbereinigungsverfahren ist nicht nötig.

Schuldnerberatung

Schuldnerberatung © Helder Almeida (Fotolia)

Nach der Eröffnung des Insolvenzverfahren wird vom Insolvenzgericht ein Insolvenzverwalter eingesetzt. Er überprüft die wirtschaftliche Lage des Unternehmens und kann auch Sanierungschancen in Augenschein nehmen. Hier kann eine gute Schuldnerberatung wieder punkten, da sie für den Insolvenzverwalter viele verschiedenste Zuarbeiten leisten kann. Dadurch können evtl. bestehende Sanierungschancen für das Unternehmen zeitnah erkannt und umgesetzt werden. Folglich kann das Unternehmen nicht selten zumindest teilweise gerettet und auch nach Abschluss der Regelinsolvenz fortgeführt werden. Voraussetzung für die Unternehmensfortführung ist allerdings die Zustimmung der Gläubiger, die in der Gläubigerversammlung eingeholt wird. Je besser die Chancen für eine Unternehmenssanierung sind und je besser diese dank einer Insolvenzberatung dargestellt werden können, umso höher ist die Chance, dass die Gläubigerversammlung der Firmen Fortführung auch zustimmt. Fazit: Eine Beratungsgespräch mit einem guten Insolvenzberater sollte rechtzeitig geführt werden und keinesfalls lange hinaus gezögert werden.

Die Insolvenzordnung regelt das Regelinsolvenzverfahren

Tipps zur Regelinsolvenz: In der Insolvenzordnung (InsO) ist es gesetzlich sehr genau geregelt wie bei der Regelinsolvenz das Regelinsolvenzverfahren abzulaufen hat. Die Insolvenzordnung ist ein Bundesgesetz aus dem Zivilrecht und zeichnet das sehr spezielle Insolvenzverfahren dar, mit dem in der Bundesrepublik Deutschland das Regelinsolvenzverfahren für selbstständige Gewerbetreibende reglementiert wird …

Regelinsolvenzverfahren

Regelinsolvenzverfahren © Matthias Stolt (Fotolia)

So heißt es in der Insolvenzordnung (InsO), dass ein Regelinsolvenzverfahren nicht für alle Personengruppen, die verschuldet sind, gleichermaßen in Betracht kommt. Ganz im Gegenteil, das Regelinsolvenzverfahren gilt ausschließlich für juristische Personen, also z.B. für eine GmbH oder eine AG sowie für Selbstständige. Darüber hinaus kommt das Regelinsolvenzverfahren für ehemals selbstständige Personen in Frage. Allerdings gilt dies nur, sofern diese mehr als 19 Gläubiger haben, Forderungen aus Arbeitsverhältnissen sowie dem Finanzamt, dem Arbeitsamt oder den Krankenkassen gegenüber bestehen oder wenn die Vermögensverhältnisse sehr unüberschaubar sind. Ebenfalls regelt die Insolvenzordnung den Ablauf der Regelinsolvenz, welche sich in verschiedene Phasen untergliedern lässt. Zunächst einmal muss der Insolvenzantrag gestellt werden. Dies kann durch den Schuldner selbst oder aber durch einen seiner Gläubiger geschehen. In den meisten Fällen wird beim Antrag auf ein Insolvenzverfahren, der durch die Gläubiger beantragt wird, die Krankenkasse oder das Finanzamt diejenigen sein, die den Einleitungsantrag gestellt haben.

Nachdem der Antrag auf Regelinsolvenz gestellt wurde, dies ist übrigens direkt beim zuständigen Insolvenzgericht möglich, eine außergerichtliche Schuldenbereinigung ist nicht erforderlich, wird das Gericht die Angelegenheit überprüfen. Die Regelinsolvenz kann dabei nur dann eröffnet werden, wenn das Vermögen des Schuldners ausreicht, um die Verfahrenskosten zu tragen. Ist dies nicht der Fall, wird der Antrag auf Regelinsolvenz mangels Masse abgewiesen. Allerdings kann auch eine Stundung beantragt werden, die die Zahlung der Insolvenzkosten erst nach Ablauf der Wohlverhaltensphase vorsieht. Beim Insolvenzverfahren muss die Eröffnung öffentlich bekannt gemacht werden, hierfür stehen der Bundesanzeiger, sowie eine entsprechende Internetplattform zur Verfügung. Damit soll erreicht werden, dass auch alle Gläubiger über die Insolvenz in Kenntnis gesetzt werden. Gläubiger erhalten in der Regel aber noch zusätzliche postalische Schreiben zugesandt.

In diesen werden sie unter anderem aufgefordert, die eigenen Forderungen beim Insolvenzverwalter, der vom Gericht eingesetzt wird, anzumelden. Dessen Aufgabe ist es, die Forderungsanmeldungen zu sammeln, sie bei unbegründeten Forderungen abzuwehren und die berechtigten Insolvenzforderungen in der Insolvenztabelle aufzunehmen. Diese ist später entscheidend für das Gericht. Im Rahmen der Gläubigerversammlung wird dann beschlossen, ob es eine Sanierung für das Unternehmen geben soll oder ob das Unternehmen einfach abgewickelt werden soll. Die Unternehmenssanierung ist im Regelinsolvenzverfahren nur dann möglich, wenn die Gläubiger zustimmen und eine ausreichende Aussicht auf Erfolg besteht. Sobald das Regelinsolvenzverfahren eröffnet wurde, beginnt für den Schuldner laut Insolvenzordnung die Wohlverhaltensperiode. Während dieser muss der Schuldner sich stets um eine Beschäftigung bemühen und der gesamte pfändbare Teil seines Einkommens muss unverzüglich auf ein Treuhandkonto vom Insolvenzverwalter überwiesen werden. Dieser verteilt die dort eingegangenen Gelder einmal jährlich an die Gläubiger. Sollte das Regelinsolvenzverfahren vom Schuldner 6 Jahre durchgehalten werden, ist anschließend mit einer Restschuldbefreiung zu rechnen.

GmbH Geschäftsführer müssen Regelinsolvenz anmelden

Tipps zur Regelinsolvenz: Anders als bei Einzelunternehmer oder Freiberufler, welche keiner Insolvenzantragspflicht unterliegen, besteht beim Geschäftsführer einer GmbH eine Antragspflicht auf Insolvenz, denn als GmbH Geschäftsführer müssen Sie bei Überschuldung (§ 19 InsO), Zahlungsunfähigkeit oder drohender Zahlungsunfähigkeit (§ 17 & § 18 InsO) sofort einen Insolvenzantrag beim Insolvenzgericht anmelden …

GmbH Insolvenz

GmbH Insolvenz © Webdata (Fotolia)

Als ein GmbH Geschäftsführer unterliegt man der so genannten Antragspflicht. Das heißt, dass ein Antrag auf Regelinsolvenz sofort gestellt werden muss, sobald die Zahlungsunfähigkeit oder eine Überschuldung deutlich erkennbar ist. Dabei ist mit den beiden Begriffen, bei der Eröffnung des Insolvenzverfahrens, jeweils ein anderer Unternehmenszustand gemeint. Die Zahlungsunfähigkeit liegt immer dann vor, wenn das Unternehmen nicht mehr in der Lage ist, seine Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Hierbei hilft die folgende Faustregel: Können mehr als 20 Prozent, also ein Fünftel, der derzeit fälligen Rechnungen aus den liquiden Mitteln nicht beglichen werden, so liegt eine Zahlungsunfähigkeit vor. Die Überschuldung hingegen liegt dann vor, wenn das Firmenvermögen des Unternehmens dessen Verbindlichkeiten nicht mehr abdecken kann. Allerdings darf bei der Einleitung des Insolvenzverfahrens nicht die einfache Bilanz zu Rate gezogen werden.

Vielmehr muss bei einer GmbH nahezu täglich eine Überschuldungsbilanz erstellt werden. Sie zeigt, welche Einkünfte aus dem Verkauf der Vermögensgegenstände des Unternehmens erzielt werden könnten. Decken diese Einkünfte die Verbindlichkeiten nicht, liegt eine Überschuldung vor. Damit zeigt sich, dass nicht die buchhalterisch erfassten Zeitwerte, bei denen entsprechende Abschreibungen bereits berücksichtigt sind, herangezogen werden können, um die Überschuldung festzustellen. Allerdings darf der GmbH Geschäftsführer den Antrag auf die GmbH Insolvenz um bis zu drei Wochen nach Bekanntwerden der Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit hinauszögern. Dies gilt allerdings nur dann, wenn er in diesem Zeitraum nachweislich versucht, das Unternehmen zu sanieren. Das dürfte allerdings binnen der kurzen Zeit kaum möglich sein, da gerade die Gewinnung lukrativer Neukunden doch erhebliche Zeitressourcen in Anspruch nimmt. Kommt der Geschäftsführer seiner Verpflichtung zur Antragstellung auf die GmbH Insolvenz hingegen nicht nach, so kann er sich strafbar machen.

Vielfach muss er dann für die Schulden des Unternehmens auch persönlich haften, was ja eigentlich durch die Rechtsform der GmbH ausgeschlossen werden sollte. Durch eine gute Insolvenzberatung kann aber der GmbH Geschäftsführer rechtzeitig den Antrag auf das Regelinsolvenzverfahren stellen und durch die Insolvenzberatung auch eine Haftungsfreistellung erreichen. In diesen Fällen kann ein Antrag auf Eigenverwaltung gestellt werden, was bedeutet, dass die Unternehmenssanierung und die Geschäfte im Insolvenzverfahren weiterhin vom Geschäftsführer geführt werden können. Dadurch behält der Unternehmer die Verfügungsgewalt über sein Vermögen und sein Unternehmen, er steht lediglich unter Aufsicht eines Insolvenzverwalters. Bei der Insolvenzverschleppung, also der nicht rechtzeitigen Antragstellung auf Insolvenz, wird hingegen die Eigenverwaltung in aller Regel verwehrt.

Der Insolvenzantrag kann mangels Masse abgelehnt werden

Tipps zum Regelinsolvenzverfahren: Der Insolvenzantrag auf Regelinsolvenz kann durch das Insolvenzgericht auch mangels Masse abgelehnt werden. Die Abweisung mangels Masse (§ 26 InsO) ist in der Insolvenzordnung (InsO) geregelt und kommt immer dann zum Einsatz, wenn das verfügbare Vermögen der Firmeninhaber nicht ausreicht, um die Kosten des Regelinsolvenzverfahrens zu begleichen …

Unternehmenssanierung

Unternehmenssanierung © Pressmaster (Fotolia)

Aus eben diesem Grund steht vor der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens immer auch die Überprüfung der Vermögensverhältnisse des Schuldners. Die Kosten für das Insolvenzverfahren setzen sich dabei unter anderem aus den Kosten für den Insolvenzverwalter sowie aus den Gerichtskosten zusammen. Diese müssen laut deutschen Insolvenzrecht summiert werden, anschließend wird geprüft, ob die Kosten aus der Vermögensmasse des Schuldners beglichen werden können. Ist dies nicht möglich, wird der Antrag auf Regelinsolvenz mangels Masse abgelehnt. Allerdings besteht die Möglichkeit, einen Antrag auf Stundung der Verfahrenskosten zu stellen. Dieser Antrag kann bis zum Ende der Wohlverhaltensperiode gelten, er muss in der Regel aber für jeden erneuten Abschnitt des Verfahrens neu gestellt werden.

Bei sehr geringer Masse werden auch die Gläubiger in aller Regel so gut wie leer ausgehen. Sie erhalten jedoch die Chance, sollte das Regelinsolvenzverfahren eröffnet werden können, einen Teil ihrer Forderungen innerhalb der so genannten Wohlverhaltensperiode zu erhalten. In dieser Zeit ist der Schuldner verpflichtet, sich um eine Beschäftigung zu bemühen. Dabei gilt nahezu jede Beschäftigung als zumutbar, selbst wenn der Schuldner dafür eigentlich überqualifiziert ist. Den gesamten pfändbaren Teil seines Einkommens muss er an den Insolvenzverwalter abtreten. Er sammelt somit das Geld auf einem Treuhandkonto und rechnet einmal pro Jahr ab. Dann verteilt er die Gelder entsprechend der Insolvenzquote an die Gläubiger.

Wird das Regelinsolvenzverfahren mangels Insolvenzmasse abgewiesen, so werden die Gläubiger, die auch als Insolvenzgläubiger bezeichnet werden, in der Regel leer ausgehen. Die Massegläubiger, also der Insolvenzverwalter und das Insolvenzgericht, werden hingegen bevorzugt bedient. Dies gilt aller- dings generell. Denn die Kosten für das Verfahren werden im Vorfeld vom Vermögen des Schuldners abgezogen, anschließend erst wird der verbleibende Betrag auf die Gläubiger aufgeteilt. Bei einer Regelinsolvenz werden also dementsprechend alle Beteiligten darauf drängen, dass die Abweisung mangels Masse nicht erfolgt. Denn somit haben die Gläubiger zumindest die Chance, einen Teil ihrer Insolvenzforderungen noch zu erhalten.

Die Restschuldbefreiung ist auch bei Regelinsolvenz möglich

Ratgeber mit Tipps zum Regelinsolvenzverfahren: Innerhalb einer Regelinsolvenz ist auch eine Restschuldbefreiung für selbstständige Unternehmer möglich, wobei diese Restschuldbefreiung für alle Einzelunternehmer, Freiberufler oder Unternehmer die Möglichkeit bietet sich innerhalb eines überschaubaren Zeitraumes zu entschulden und zwar unabhängig von der Höhe der Unternehmenseinnahmen …

Restschuldbefreiung

Restschuldbefreiung © Gator Gfx (Fotolia)

Die Restschuldbefreiung ist damit ein probates Mittel, um die Schulden aus einer selbstständigen Tätigkeit innerhalb eines vergleichsweise kurzen Zeitraumes abzubauen. Hierbei gilt, dass die Wohlverhaltensphase mit der Eröffnung des Verfahrens eingeläutet wird. Sie dauert sechs Jahre an. In dieser Zeit muss der Schuldner, also der Unternehmer, einige Pflichten wahrnehmen. Die wohl wichtigste Pflicht ist die, sich um eine Beschäftigung zu bemühen, mit der er seinen Lebensunterhalt bestreiten und zumindest einen Teil seiner Schulden abzahlen kann. Während der Wohlverhaltensperiode wird der pfändbare Teil des Einkommens direkt an den Insolvenzverwalter auf ein Treuhandkonto eingezahlt. Einmal jährlich verteilt dieser das eingegangene Geld an die Gläubiger. Dabei wird stets die Insolvenzquote der einzelnen Gläubiger berücksichtigt.

Damit der Schuldner es schafft, die Wohlverhaltensperiode auch tatsächlich durchzuhalten, darf er im fünften Jahr zehn und im sechsten Jahr 15 Prozent des pfändbaren Einkommens behalten. Nach Ablauf der Wohlverhaltensperiode beginnt das Restschuldbefreiungsverfahren. Die Restschuldbefreiung kann immer dann genehmigt werden, wenn der Schuldner seine Pflichten erfüllt hat und auch kein Gläubiger einen Antrag auf Versagung der Restschuldbefreiung stellt. Es gibt einige Versagungsgründe. Dazu zählt etwa eine Insolvenzstraftat, für die der Schuldner auch rechtskräftig verurteilt wurde. Ebenfalls erfolgt keine Restschuldbefreiung, wenn in den letzten zehn Jahren vor Insolvenzverfahren Eröffnung bereits eine solche erteilt wurde. Innerhalb der letzten drei Jahre vor dem Antrag auf Regelinsolvenz dürfen zudem keine falschen Angaben über die wirtschaftlichen Verhältnisse des Schuldners gemacht worden sein. Denn auch dann kann laut Insolvenzrecht eine Restschuldbefreiung versagt werden.

Gleiches gilt, wenn der Schuldner im letzten Jahr vor der Eröffnung des Regelinsolvenzverfahren oder sogar noch nach dem Antrag auf Regelinsolvenz unverhältnismäßig hohe Schulden gemacht hat. Hat der Schuldner seine Auskunftspflichten und Mitwirkungspflichten im Insolvenzverfahren verletzt, ist die Restschuldbefreiung ebenfalls nicht zu gewähren. Gleiches gilt für Insolvenzforderungen, die aus einer vorsätzlichen und unerlaubten Handlung entstanden sind. So kann die Restschuldbefreiung nicht für Geldstrafen und Bußgelder oder für Zwangsgelder und Ordnungsgelder erfolgen.

Mit Eigenverwaltung durch das Regelinsolvenzverfahren

Tipps zur Regelinsolvenz: Das Regelinsolvenzverfahren bietet Unternehmern auch die Möglichkeit der wirtschaftlichen Eigenverwaltung innerhalb der Regelinsolvenzzeit, wobei die Eigenverwaltung eine Besonderheit im Insolvenzrecht dar stellt, da durch die Eigenverwaltung die Verwaltungs- und Verfügungsrechte innerhalb der Insolvenz nicht vom Insolvenzverwalter, sondern vom Unternehmer selbst ausgeübt werden …

Eigenverwaltung Regelinsolvenz

Eigenverwaltung © Patrizia Tilly (Fotolia)

Die Eigenverwaltung ist eine Chance für Unternehmer, ihr Unternehmen auch weiter selbstbestimmt fortzuführen. Allerdings ist die Eigenverwaltung nur in einigen wenigen Fällen überhaupt möglich. In aller Regel wird dafür ein eigens gestellter Insolvenzantrag seitens des Unterneh- mers benötigt. Darüber hinaus muss ein gesonderter Antrag des Unternehmers auf Eigenverwaltung gestellt werden. Wurde der Antrag auf Regelinsolvenz dagegen von einem Gläubiger gestellt, kann die Eigenverwaltung in einem Regelinsolvenzverfahren nur dann erfolgen, wenn der Gläubiger dem Antrag zustimmt. Eine weitere Möglichkeit, mit der Eigenverwaltung durch das Regelinsolvenzverfahren zu gehen, besteht darin, dass der Gläubigerausschuss in der Gläubigerver- sammlung die Eigenverwaltung beschließt. In diesem Fall ist auch das Insolvenzgericht gezwungen, dem Wunsch der Gläubigerversammlung zu entsprechen, es hat keine Prüfungskompetenzen mehr.

Bei der Eigenverwaltung muss sicher gestellt werden, dass der Unternehmer trotz dieser besonderen Verwaltung seines Unternehmens im Rahmen des Regelinsolvenzverfahrens, die Interessen seiner Gläubiger über seine eigenen stellt. Darüber hinaus darf das Regelinsolvenzverfahren nicht verschleppt werden. Unnötige Verzögerungen führen zur Aufhebung der Eigenverwaltung in der Regelinsolvenz. Außerdem untersteht der Unternehmer stets der Aufsicht eines Sachwalters. Dessen Aufgabe ist es, den Unternehmer hinsichtlich seiner Aktivitäten zu überprüfen und Nachteile für die Gläubiger zu vermeiden. Ebenfalls zählt es zu den Aufgaben des Treuhänder, dass evtl. Anfechtungsansprüche durchgesetzt werden. Zusätzlich nimmt der Insolvenzverwalter die Forderungsanmeldungen der Gläubiger an und führt die Insolvenztabelle, die dem Insolvenzgericht vorgelegt werden muss.

Der Insolvenzverwalter wird dabei vom Gericht eingesetzt. Ziel der Eigenverwaltung in der Insolvenz ist es, dem Unternehmen eine Chance auf Unternehmenssanierung und Unternehmensfortführung zu geben. Die Fortführung ist oftmals nur durch die Eigenverwaltung möglich, da der Unternehmer selbst seinen Betrieb am besten kennt. Er weiß, worauf es bei der Fertigung von Produkten ankommt und wie mit Kunden umzugehen ist. Diese Kernkompetenz kann der Unternehmer jedoch nur ausüben, wenn er die Eigenverwaltung nutzen kann, da er so den Kontakt zu seinen Kunden und Lieferanten halten kann. Die Eigenverwaltung der Insolvenz muss übrigens auch im Handelsregister eingetragen werden.

Beim Finanzamt einen Vollstreckungsaufschub beantragen

Tipps zur Regelinsolvenz: Wenn durch das Finanzamt eine Steuerschuldvollstreckung auf eine Steuerforderung droht und das Unternehmen des Steuerpflichtigen befindet sich gerade in einem vorübergehenden wirtschaftlichen Liquiditätsengpass, kann als rettende Notbremse manchmal der Antrag auf Vollstreckungsaufschub nach § 258 AO für alle Freiberufler, Gewerbetreibende oder Unternehmer in Betracht kommen …

Vollstreckungsaufschub

Vollstreckungsaufschub © Nick Stabel (Fotolia)

Der Vollstreckungsaufschub kann grundsätzlich auch von der Behörde (Finanzamt) selbst, ohne gesonderten Antrag, gewährt werden. Allerdings kommt dieser Fall in der Praxis nur selten vor, da die vollstreckenden Finanz- behörden in der Regel keinen Einblick in die Liquidität des Vollstreckungsschuldners haben. Deshalb ist der Antrag zwingend erforderlich. Der Vollstreckungsaufschub ist dabei nicht mit der Stundung von Steuerforderungen zu verwechseln. Diese liegt vor, wenn der Antrag bereits vor dem Einleiten der Vollstreckung eingereicht wurde. Ist die Vollstreckung seitens des Finanzamtes schon im Gange, so wird ein Antrag auf Vollstreckungsaufschub gemäß § 258 AO gestellt. Gerade Unternehmer, die in diesem Bereich der Unternehmenssanierung wenige Erfahrungen haben, können hier schnell die beiden Begriffe verwechseln. Das stört aber nicht weiter, da der Fiskus verpflichtet ist, immer im Sinne des Schuldners zu entscheiden.

Der Antrag auf Vollstreckungsaufschub ist vom Vollstreckungsinnendienst unverzüglich zu bearbeiten. Dafür werden in der Regel weitere Unterlagen benötigt. Hierzu zählen eine genaue Vermögens- aufstellung, eine aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertung oder eine Einnahmen und Überschuss Rechnung. Bei kleineren Außenständen, die unter 5.000 Euro liegen, kann auf die Einreichung der Unterlagen verzichtet werden. Dennoch muss sehr detailliert und genau aufgeführt werden, warum die Vollstreckung zum jetzigen Zeitpunkt unbillig sei. Dann überprüft die Behörde, ob es sich um einen kurzfristigen Liquiditätsengpass oder eine längerfristige Zahlungsunfähigkeit bzw. Überschuldung handelt. Ein Vollstreckungsaufschub wird dabei in der Regel nur in ersterem Fall gewährt.

Ebenfalls darf der Vollstreckungsaufschub nicht nur deshalb beim Finanzamt beantragt werden, um andere Vollstreckungsgläubiger bedienen zu können. Wird der Antrag abgelehnt, so kann der Vollstreckungsschuldner dagegen mittels Einspruch vorgehen. Geht er davon aus, dass die Ablehnung nicht aus sachlichen Gründen, sondern aus Gründen, die in seiner Person liegen, ausgesprochen wurde, so kann er bei der nächsthöheren Verwaltungsbehörde den Fall prüfen lassen, in der Regel ist das dann die Oberfinanzdirektion. Fazit: Der Vollstreckungsaufschub kann dem Unternehmen helfen, da die Zahlungen mit diesem Mittel erst zu einem späteren Zeitpunkt an das Finanzamt erfolgen müssen, bspw. wenn die Liquiditätskrisen überwunden sind und wieder ausreichende Liquidität vorhanden ist.

Insolvenz Anwalt 24 EWIV

Insolvenz Anwalt 24 EWIV Anwalt Verbund Im Rahmen einer kompetenten insolvenzrechtlichen Beratung bietet Insolvenz Anwalt 24 EWIV auf seinen Webseiten die Erstellung von Sanierungskonzepte für eine Entschuldung von Selbstständigen an. Insolvenz Anwalt 24 EWIV ist ein großer Verbund von Rechtsanwälten aus ganz Deutschland. Alle unsere Mitgliedskanzleien garantieren den Mandanten bei der Bearbeitung der Regelinsolvenzfälle einen sehr hohen Qualitätsstandard. Als Europäische Wirtschaftliche Interessenvereinigung (EWIV) ist Insolvenz Anwalt 24 als Rechtsanwaltsverbund mittlerweile an vielen Standorten in Deutschland vertreten und bietet seine Angebote beispielsweise in Berlin, Bielefeld, Bamberg, Köln, Bocholt, Borken, Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Erlangen, Frankfurt am Main, Hannover, Hamburg, Kleve, Kiel, Krefeld, Mainz, Münster, München, Neustadt am Rübenberge, Neustadt an der Aisch, Norderstedt, Nürnberg, Osnabrück, Ochsenfurt, Rostock, Wiesbaden, Würzburg sowie Wiesentheid und Schweinfurt an.