Der Insolvenzantrag kann mangels Masse abgelehnt werden

Tipps zum Regelinsolvenzverfahren: Der Insolvenzantrag auf Regelinsolvenz kann durch das Insolvenzgericht auch mangels Masse abgelehnt werden. Die Abweisung mangels Masse (§ 26 InsO) ist in der Insolvenzordnung (InsO) geregelt und kommt immer dann zum Einsatz, wenn das verfügbare Vermögen der Firmeninhaber nicht ausreicht, um die Kosten des Regelinsolvenzverfahrens zu begleichen …

Unternehmenssanierung

Unternehmenssanierung © Pressmaster (Fotolia)

Aus eben diesem Grund steht vor der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens immer auch die Überprüfung der Vermögensverhältnisse des Schuldners. Die Kosten für das Insolvenzverfahren setzen sich dabei unter anderem aus den Kosten für den Insolvenzverwalter sowie aus den Gerichtskosten zusammen. Diese müssen laut deutschen Insolvenzrecht summiert werden, anschließend wird geprüft, ob die Kosten aus der Vermögensmasse des Schuldners beglichen werden können. Ist dies nicht möglich, wird der Antrag auf Regelinsolvenz mangels Masse abgelehnt. Allerdings besteht die Möglichkeit, einen Antrag auf Stundung der Verfahrenskosten zu stellen. Dieser Antrag kann bis zum Ende der Wohlverhaltensperiode gelten, er muss in der Regel aber für jeden erneuten Abschnitt des Verfahrens neu gestellt werden.

Bei sehr geringer Masse werden auch die Gläubiger in aller Regel so gut wie leer ausgehen. Sie erhalten jedoch die Chance, sollte das Regelinsolvenzverfahren eröffnet werden können, einen Teil ihrer Forderungen innerhalb der so genannten Wohlverhaltensperiode zu erhalten. In dieser Zeit ist der Schuldner verpflichtet, sich um eine Beschäftigung zu bemühen. Dabei gilt nahezu jede Beschäftigung als zumutbar, selbst wenn der Schuldner dafür eigentlich überqualifiziert ist. Den gesamten pfändbaren Teil seines Einkommens muss er an den Insolvenzverwalter abtreten. Er sammelt somit das Geld auf einem Treuhandkonto und rechnet einmal pro Jahr ab. Dann verteilt er die Gelder entsprechend der Insolvenzquote an die Gläubiger.

Wird das Regelinsolvenzverfahren mangels Insolvenzmasse abgewiesen, so werden die Gläubiger, die auch als Insolvenzgläubiger bezeichnet werden, in der Regel leer ausgehen. Die Massegläubiger, also der Insolvenzverwalter und das Insolvenzgericht, werden hingegen bevorzugt bedient. Dies gilt aller- dings generell. Denn die Kosten für das Verfahren werden im Vorfeld vom Vermögen des Schuldners abgezogen, anschließend erst wird der verbleibende Betrag auf die Gläubiger aufgeteilt. Bei einer Regelinsolvenz werden also dementsprechend alle Beteiligten darauf drängen, dass die Abweisung mangels Masse nicht erfolgt. Denn somit haben die Gläubiger zumindest die Chance, einen Teil ihrer Insolvenzforderungen noch zu erhalten.


Weitere interessante Ratschläge zur Regelinsolvenz:

Die Insolvenzordnung regelt das Regelinsolvenzverfahren Die Insolvenzordnung regelt das Regelinsolvenzverfahren

Tipps zur Regelinsolvenz: In der Insolvenzordnung (InsO) ist es gesetzlich sehr genau geregelt wie bei der Regelinsolvenz das Regelinsolvenzverfahren abzulaufen hat. Die Insolvenzordnung ist ein Bundesgesetz aus dem Zivilrecht und zeichnet das sehr spezielle Insolvenzverfahren dar, mit dem in der Bundesrepublik Deutschland das Regelinsolvenzverfahren für selbstständige Gewerbetreibende...

Bei der Regelinsolvenz ist die Insolvenzberatung wichtig Bei der Regelinsolvenz ist die Insolvenzberatung wichtig

Tipps zum Regelinsolvenzverfahren: Das Insolvenzverfahren einer Regelinsolvenz beinhaltet viele Fallstricke, welche Freiberufler, Gewerbetreibende oder Unternehmer nur dadurch abwenden können, wenn sie sich genau über das Regelinsolvenzverfahren informieren. Daher ist für Selbstständige eine gute Insolvenzberatung schon vor der anstehenden Regelinsolvenz das wichtigste Instrument...

Beim Finanzamt einen Vollstreckungsaufschub beantragen Beim Finanzamt einen Vollstreckungsaufschub beantragen

Tipps zur Regelinsolvenz: Wenn durch das Finanzamt eine Steuerschuldvollstreckung auf eine Steuerforderung droht und das Unternehmen des Steuerpflichtigen befindet sich gerade in einem vorübergehenden wirtschaftlichen Liquiditätsengpass, kann als rettende Notbremse manchmal der Antrag auf Vollstreckungsaufschub nach § 258 AO für alle Freiberufler, Gewerbetreibende oder Unternehmer...

Die Restschuldbefreiung ist auch bei Regelinsolvenz möglich Die Restschuldbefreiung ist auch bei Regelinsolvenz möglich

Ratgeber mit Tipps zum Regelinsolvenzverfahren: Innerhalb einer Regelinsolvenz ist auch eine Restschuldbefreiung für selbstständige Unternehmer möglich, wobei diese Restschuldbefreiung für alle Einzelunternehmer, Freiberufler oder Unternehmer die Möglichkeit bietet sich innerhalb eines überschaubaren Zeitraumes zu entschulden und zwar unabhängig von der Höhe der Unternehmenseinnahmen...

Mit Eigenverwaltung durch das Regelinsolvenzverfahren Mit Eigenverwaltung durch das Regelinsolvenzverfahren

Tipps zur Regelinsolvenz: Das Regelinsolvenzverfahren bietet Unternehmern auch die Möglichkeit der wirtschaftlichen Eigenverwaltung innerhalb der Regelinsolvenzzeit, wobei die Eigenverwaltung eine Besonderheit im Insolvenzrecht dar stellt, da durch die Eigenverwaltung die Verwaltungs- und Verfügungsrechte innerhalb der Insolvenz nicht vom Insolvenzverwalter, sondern vom Unternehmer...

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>