Die Insolvenzordnung regelt das Regelinsolvenzverfahren

Tipps zur Regelinsolvenz: In der Insolvenzordnung (InsO) ist es gesetzlich sehr genau geregelt wie bei der Regelinsolvenz das Regelinsolvenzverfahren abzulaufen hat. Die Insolvenzordnung ist ein Bundesgesetz aus dem Zivilrecht und zeichnet das sehr spezielle Insolvenzverfahren dar, mit dem in der Bundesrepublik Deutschland das Regelinsolvenzverfahren für selbstständige Gewerbetreibende reglementiert wird …

Regelinsolvenzverfahren

Regelinsolvenzverfahren © Matthias Stolt (Fotolia)

So heißt es in der Insolvenzordnung (InsO), dass ein Regelinsolvenzverfahren nicht für alle Personengruppen, die verschuldet sind, gleichermaßen in Betracht kommt. Ganz im Gegenteil, das Regelinsolvenzverfahren gilt ausschließlich für juristische Personen, also z.B. für eine GmbH oder eine AG sowie für Selbstständige. Darüber hinaus kommt das Regelinsolvenzverfahren für ehemals selbstständige Personen in Frage. Allerdings gilt dies nur, sofern diese mehr als 19 Gläubiger haben, Forderungen aus Arbeitsverhältnissen sowie dem Finanzamt, dem Arbeitsamt oder den Krankenkassen gegenüber bestehen oder wenn die Vermögensverhältnisse sehr unüberschaubar sind. Ebenfalls regelt die Insolvenzordnung den Ablauf der Regelinsolvenz, welche sich in verschiedene Phasen untergliedern lässt. Zunächst einmal muss der Insolvenzantrag gestellt werden. Dies kann durch den Schuldner selbst oder aber durch einen seiner Gläubiger geschehen. In den meisten Fällen wird beim Antrag auf ein Insolvenzverfahren, der durch die Gläubiger beantragt wird, die Krankenkasse oder das Finanzamt diejenigen sein, die den Einleitungsantrag gestellt haben.

Nachdem der Antrag auf Regelinsolvenz gestellt wurde, dies ist übrigens direkt beim zuständigen Insolvenzgericht möglich, eine außergerichtliche Schuldenbereinigung ist nicht erforderlich, wird das Gericht die Angelegenheit überprüfen. Die Regelinsolvenz kann dabei nur dann eröffnet werden, wenn das Vermögen des Schuldners ausreicht, um die Verfahrenskosten zu tragen. Ist dies nicht der Fall, wird der Antrag auf Regelinsolvenz mangels Masse abgewiesen. Allerdings kann auch eine Stundung beantragt werden, die die Zahlung der Insolvenzkosten erst nach Ablauf der Wohlverhaltensphase vorsieht. Beim Insolvenzverfahren muss die Eröffnung öffentlich bekannt gemacht werden, hierfür stehen der Bundesanzeiger, sowie eine entsprechende Internetplattform zur Verfügung. Damit soll erreicht werden, dass auch alle Gläubiger über die Insolvenz in Kenntnis gesetzt werden. Gläubiger erhalten in der Regel aber noch zusätzliche postalische Schreiben zugesandt.

In diesen werden sie unter anderem aufgefordert, die eigenen Forderungen beim Insolvenzverwalter, der vom Gericht eingesetzt wird, anzumelden. Dessen Aufgabe ist es, die Forderungsanmeldungen zu sammeln, sie bei unbegründeten Forderungen abzuwehren und die berechtigten Insolvenzforderungen in der Insolvenztabelle aufzunehmen. Diese ist später entscheidend für das Gericht. Im Rahmen der Gläubigerversammlung wird dann beschlossen, ob es eine Sanierung für das Unternehmen geben soll oder ob das Unternehmen einfach abgewickelt werden soll. Die Unternehmenssanierung ist im Regelinsolvenzverfahren nur dann möglich, wenn die Gläubiger zustimmen und eine ausreichende Aussicht auf Erfolg besteht. Sobald das Regelinsolvenzverfahren eröffnet wurde, beginnt für den Schuldner laut Insolvenzordnung die Wohlverhaltensperiode. Während dieser muss der Schuldner sich stets um eine Beschäftigung bemühen und der gesamte pfändbare Teil seines Einkommens muss unverzüglich auf ein Treuhandkonto vom Insolvenzverwalter überwiesen werden. Dieser verteilt die dort eingegangenen Gelder einmal jährlich an die Gläubiger. Sollte das Regelinsolvenzverfahren vom Schuldner 6 Jahre durchgehalten werden, ist anschließend mit einer Restschuldbefreiung zu rechnen.


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