GmbH Geschäftsführer müssen Regelinsolvenz anmelden

Tipps zur Regelinsolvenz: Anders als bei Einzelunternehmer oder Freiberufler, welche keiner Insolvenzantragspflicht unterliegen, besteht beim Geschäftsführer einer GmbH eine Antragspflicht auf Insolvenz, denn als GmbH Geschäftsführer müssen Sie bei Überschuldung (§ 19 InsO), Zahlungsunfähigkeit oder drohender Zahlungsunfähigkeit (§ 17 & § 18 InsO) sofort einen Insolvenzantrag beim Insolvenzgericht anmelden …

GmbH Insolvenz

GmbH Insolvenz © Webdata (Fotolia)

Als ein GmbH Geschäftsführer unterliegt man der so genannten Antragspflicht. Das heißt, dass ein Antrag auf Regelinsolvenz sofort gestellt werden muss, sobald die Zahlungsunfähigkeit oder eine Überschuldung deutlich erkennbar ist. Dabei ist mit den beiden Begriffen, bei der Eröffnung des Insolvenzverfahrens, jeweils ein anderer Unternehmenszustand gemeint. Die Zahlungsunfähigkeit liegt immer dann vor, wenn das Unternehmen nicht mehr in der Lage ist, seine Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Hierbei hilft die folgende Faustregel: Können mehr als 20 Prozent, also ein Fünftel, der derzeit fälligen Rechnungen aus den liquiden Mitteln nicht beglichen werden, so liegt eine Zahlungsunfähigkeit vor. Die Überschuldung hingegen liegt dann vor, wenn das Firmenvermögen des Unternehmens dessen Verbindlichkeiten nicht mehr abdecken kann. Allerdings darf bei der Einleitung des Insolvenzverfahrens nicht die einfache Bilanz zu Rate gezogen werden.

Vielmehr muss bei einer GmbH nahezu täglich eine Überschuldungsbilanz erstellt werden. Sie zeigt, welche Einkünfte aus dem Verkauf der Vermögensgegenstände des Unternehmens erzielt werden könnten. Decken diese Einkünfte die Verbindlichkeiten nicht, liegt eine Überschuldung vor. Damit zeigt sich, dass nicht die buchhalterisch erfassten Zeitwerte, bei denen entsprechende Abschreibungen bereits berücksichtigt sind, herangezogen werden können, um die Überschuldung festzustellen. Allerdings darf der GmbH Geschäftsführer den Antrag auf die GmbH Insolvenz um bis zu drei Wochen nach Bekanntwerden der Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit hinauszögern. Dies gilt allerdings nur dann, wenn er in diesem Zeitraum nachweislich versucht, das Unternehmen zu sanieren. Das dürfte allerdings binnen der kurzen Zeit kaum möglich sein, da gerade die Gewinnung lukrativer Neukunden doch erhebliche Zeitressourcen in Anspruch nimmt. Kommt der Geschäftsführer seiner Verpflichtung zur Antragstellung auf die GmbH Insolvenz hingegen nicht nach, so kann er sich strafbar machen.

Vielfach muss er dann für die Schulden des Unternehmens auch persönlich haften, was ja eigentlich durch die Rechtsform der GmbH ausgeschlossen werden sollte. Durch eine gute Insolvenzberatung kann aber der GmbH Geschäftsführer rechtzeitig den Antrag auf das Regelinsolvenzverfahren stellen und durch die Insolvenzberatung auch eine Haftungsfreistellung erreichen. In diesen Fällen kann ein Antrag auf Eigenverwaltung gestellt werden, was bedeutet, dass die Unternehmenssanierung und die Geschäfte im Insolvenzverfahren weiterhin vom Geschäftsführer geführt werden können. Dadurch behält der Unternehmer die Verfügungsgewalt über sein Vermögen und sein Unternehmen, er steht lediglich unter Aufsicht eines Insolvenzverwalters. Bei der Insolvenzverschleppung, also der nicht rechtzeitigen Antragstellung auf Insolvenz, wird hingegen die Eigenverwaltung in aller Regel verwehrt.


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