Mit Eigenverwaltung durch das Regelinsolvenzverfahren

Tipps zur Regelinsolvenz: Das Regelinsolvenzverfahren bietet Unternehmern auch die Möglichkeit der wirtschaftlichen Eigenverwaltung innerhalb der Regelinsolvenzzeit, wobei die Eigenverwaltung eine Besonderheit im Insolvenzrecht dar stellt, da durch die Eigenverwaltung die Verwaltungs- und Verfügungsrechte innerhalb der Insolvenz nicht vom Insolvenzverwalter, sondern vom Unternehmer selbst ausgeübt werden …

Eigenverwaltung Regelinsolvenz

Eigenverwaltung © Patrizia Tilly (Fotolia)

Die Eigenverwaltung ist eine Chance für Unternehmer, ihr Unternehmen auch weiter selbstbestimmt fortzuführen. Allerdings ist die Eigenverwaltung nur in einigen wenigen Fällen überhaupt möglich. In aller Regel wird dafür ein eigens gestellter Insolvenzantrag seitens des Unterneh- mers benötigt. Darüber hinaus muss ein gesonderter Antrag des Unternehmers auf Eigenverwaltung gestellt werden. Wurde der Antrag auf Regelinsolvenz dagegen von einem Gläubiger gestellt, kann die Eigenverwaltung in einem Regelinsolvenzverfahren nur dann erfolgen, wenn der Gläubiger dem Antrag zustimmt. Eine weitere Möglichkeit, mit der Eigenverwaltung durch das Regelinsolvenzverfahren zu gehen, besteht darin, dass der Gläubigerausschuss in der Gläubigerver- sammlung die Eigenverwaltung beschließt. In diesem Fall ist auch das Insolvenzgericht gezwungen, dem Wunsch der Gläubigerversammlung zu entsprechen, es hat keine Prüfungskompetenzen mehr.

Bei der Eigenverwaltung muss sicher gestellt werden, dass der Unternehmer trotz dieser besonderen Verwaltung seines Unternehmens im Rahmen des Regelinsolvenzverfahrens, die Interessen seiner Gläubiger über seine eigenen stellt. Darüber hinaus darf das Regelinsolvenzverfahren nicht verschleppt werden. Unnötige Verzögerungen führen zur Aufhebung der Eigenverwaltung in der Regelinsolvenz. Außerdem untersteht der Unternehmer stets der Aufsicht eines Sachwalters. Dessen Aufgabe ist es, den Unternehmer hinsichtlich seiner Aktivitäten zu überprüfen und Nachteile für die Gläubiger zu vermeiden. Ebenfalls zählt es zu den Aufgaben des Treuhänder, dass evtl. Anfechtungsansprüche durchgesetzt werden. Zusätzlich nimmt der Insolvenzverwalter die Forderungsanmeldungen der Gläubiger an und führt die Insolvenztabelle, die dem Insolvenzgericht vorgelegt werden muss.

Der Insolvenzverwalter wird dabei vom Gericht eingesetzt. Ziel der Eigenverwaltung in der Insolvenz ist es, dem Unternehmen eine Chance auf Unternehmenssanierung und Unternehmensfortführung zu geben. Die Fortführung ist oftmals nur durch die Eigenverwaltung möglich, da der Unternehmer selbst seinen Betrieb am besten kennt. Er weiß, worauf es bei der Fertigung von Produkten ankommt und wie mit Kunden umzugehen ist. Diese Kernkompetenz kann der Unternehmer jedoch nur ausüben, wenn er die Eigenverwaltung nutzen kann, da er so den Kontakt zu seinen Kunden und Lieferanten halten kann. Die Eigenverwaltung der Insolvenz muss übrigens auch im Handelsregister eingetragen werden.


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